


Zwei Länder, zwei Küsten, zwei Kulturen. Flensburg lebte 400 Jahre unter der dänischen Krone. Nach den Gesetzen gehörte man zum Dänischen Reich, in Kultur und Sprache fühlte man sich Deutschland verbunden. Es herrschte jedoch eine loyale Stimmung gegenüber dem dänischen Staat und Königstreue war verbreitet.
Nach 1864 gehörte Flensburg zu Preußen und später zum Deutschen Reich. Bei der Volksabstimmung zur nationalen Zugehörigkeit im Jahre 1920 stimmten schließlich 75% der Flensburger für Deutschland.
Die dänische Minderheit organisierte sich nun mit einem dichten Netz aus Vereinen und Institutionen, das nach 1945, als plötzlich viele Bürger lieber dänisch als deutsch sein wollten, noch enger wurde.
Heute ist noch immer alles deutsch und dänisch, doppelt und gemischt, zwei Kulturen schöpfen aus einer unglaublichen Vielfalt. Etwas mehr als 20% der Bevölkerung Flensburgs gehört zur dänischen Minderheit, die hier mit eigenen Schulen, Kindergärten, Kirchen, Vereinen, einer Bibliothek, einer Zeitung und vielem mehr vertreten ist. Man lebt in einem sehr fruchtbaren und harmonischen Miteinander mit der deutschen Mehrheit und bewahrt das Dänische, das Flensburg seinen besonderen Charakter verleiht.
Und apropos Minderheiten: Aus ganz Europa treffen sich Minderheiten regelmäßig hier, um mehr über das friedliche Miteinander der Kulturen zu lernen. Die „Federal Union of European Nationalities“ und das „European Center for Minority Issues (ECMI)“ haben ihren Sitz in Flensburg. Jährlich findet der „European Minority Marathon, der „YOU!MM “ in Flensburg statt, bei dem jeder, der für ein gleichberechtigtes Miteinander der Kulturen steht, mitlaufen kann.